Cagri packt auch Pegnitz
Geschrieben von: Marco Galuska / DA / TP / ND / RS Montag, den 21. November 2011 um 18:27 Uhr
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Stein alleiniger Zweiter / SG 83 mit Zittersieg / ASV Fürth gelingt später Befreiungsschlag
Cagrispor ließ sich auch vom Tabellenführer ASV Pegnitz nicht schocken und setzte mit einem 2:1-Sieg seinen Marsch vom Tabellenkeller ins Mittelfeld der Tabelle fort. Dort findet sich auch die SpVgg Heßdorf wieder, nachdem ein 3:2-Sieg beim ATSV Erlangen gelang, und auch der ASV Fürth konnte sich durch einen 5:1-Erfolg über Hüttenbach ein wenig Luft verschaffen. Etwas weiter oben in der weiterhin engen Tabelle sind die SG 83 als Vierter (1:0-Sieg gegen Tennenlohe) und der FC Stein (3:1 gegen Bayern Kickers) als nun alleiniger Zweiter geführt.
Cagrispor gegen Pegnitz, das aufgrund der aktuellen Formkurve verkappte Topspiel hielt von der ersten Minute, was es versprach. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier und dazu sehr fair. Das Schiedsrichtergespann um Andreas Rolle, Nikolai Lewis und Nikolai Presl, passte sich ebenfalls dem hohen Niveau an und lag in allen Entscheidungen richtig. Los ging es schon in der 11. Minute, als Ismail Yüce einen Freistoß aus gut 20 Meter in den Winkel zur 1:0-Führung zirkelte. Die Freude dauerte aber nur eine Minute, als Cagrispor sich noch zu sehr freute und unorganisiert war, senste Mehti Gürcan Christoph Schraml im Strafraum um. Den berechtigten Elfmeter verwandelte Pascal Heuberger sicher zum 1:1. In der 18. Minute wurde dann auch Ercin Cavus von einem ASV-Spieler elfmeterreif gelegt. Auch Ercin Cavus verwandelte sicher zur erneuten 2:1-Führung für die Heimelf. In der ersten Halbzeit war Cagrispor optisch überlegen und ließ kaum Chancen zu. Dies lag auch an Ihsan Mercan, der den Spielmacher der Gäste Patrick Jordan in Manndeckung nahm und diesen komplett aus dem Spiel nahm. So hingen auch die Spitzen der Gäste oft in der Luft. Die einzige Chance hatte der Gast durch einen Freistoß in der 40. Minute. Jedoch fischte diesen Gökhan Cakmak aus dem Winkel. Da er den Ball nach vorne abwehrte, hatte Ralf Stiefler die Chance zum 2:2. Er setzte aber den Ball nur ans Außennetz. Cagrispor hätte in der ersten Halbzeit das Ergebnis erhöhen können, aber ein scharf getretener Freistoß von Yakub Mert ging ganz knapp am Tor vorbei, als noch ein Gästespieler dran war. Zur 3:1-Führung hatte Cagrispor kurz vor der Pause zwei ganze dicke Chancen, als einmal Serhat Ülkü den Ball am Gästetorwart nicht vorbeibrachte und als ein Schuss von Ismail Yüce aus gut 16 Metern ganz knapp am Tor vorbeiging.

Weiter oben auf: Cagrispor setzte seinen guten Lauf fort und besiegte auch den ASV Pegnitz mit 2:1.
Foto: fussballn.de
In der zweiten Halbzeit hatte wiederum Serhat Ülkü die Riesenchance, das Spiel zu entscheiden, als er in der 46. Minute drei Mann stehen ließ, aber dann im Strafraum zu lange wartete und den Ball dann noch vertändelte, anstatt zu schießen. Danach gab es nur noch Einbahnstraßenfußball vom ASV Pegnitz in Richtung des Tores von Cagrispor. Da aber Schraml zur Halbzeit raus musste, fehlte den Gästen ein bisschen die Durchschlagskraft. Man spielte zwar gefällig bis zum 16er, aber danach war einfach Schluss, und mit hohen Bällen konnte man die Abwehr von Cagrispor nicht knacken. Das einzig Nennenswerte war noch die Chance von Pascal Haberberger, der den Ball aus dem Gewühl heraus in der 86. Minute noch an die Oberkante der Querlatte setzte. Aufgrund der ersten Halbzeit, waren die drei Punkte verdient. So war die Freude bei Cagrispor nach dem Abpfiff groß, da man sich ein bisschen Luft verschaffen konnte im Abstiegskampf.

Mit einer bitteren Pille begann die Partie für den FC Bayern Kickers: Kapitän Michael Watzinger musste mit einer tiefen Fleischwunde abtransportiert werden.
Foto: fussballn.de
Durch die Niederlage des Spitzenreiters konnte der FC Stein, der sein Heimspiel gegen den FC Bayern Kickers mit 3:1 gewann, den Rückstand auf fünf Zähler verkürzen. Die Partie im Waldsportpark begann denkbar unglücklich für die Gäste aus Kleinreuth. Nach wenigen Minuten trug Kapitän Michael Watzinger, ohnehin erst von einer längeren Verletzung genesen, aus einem Zweikampf eine tiefe Fleischwunde davon und musste mit dem Sanitätsdienst ins Krankenhaus abtransportiert werden. Stein fand zunächst besser in die Begegnung und hatte durch Erman Elibol die erste Gelegenheit, doch zielte der Torjäger zu hoch. Nach einem BaKi-Eckball, den die Steiner abwehren konnten, wurde Alex Braunagel an der Mittellinie von seinem Gegner unsanft vom Ball getrennt - regelwidrig, wie die Gäste vehement reklamierten - doch der ansonsten souveräne Unparteiische Bielitza bekam kein Foulspiel von seinem Assistenten angezeigt, ließ weiterlaufen und Elibol nutzte die Chance, um alleine von der Mittellinie zu starten, Keeper Bidner zu umspielen und gekonnt zum 1:0 einzuschieben. Doch die Gäste zeigten Moral: Der für Watzinger ins Spiel gekommene Patrick Blankenship enteilte der Steiner Abwehr und ging nach einer Grätsche seines Gegenspielers zu Boden, den fälligen Strafstoß verwandelte Edin Kacar sicher zum Ausgleich. In der Folge blieb die Partie ausgeglichen, Torchancen waren Mangelware, auch weil beim Tabellenvorletzten der letzte Pass nicht ankam. Den entscheidenden Nackenschlag versetzte sich das Kellerkind dann nach der Pause selbst, als Cihan Kiymaz eine Freistoßflanke unhaltbar ins eigene Tor beförderte. Im direkten Gegenzug scheiterte Blankenship an FCS-Keeper Lehnert. Bayern Kickers versuchte den erneuten Ausgleich zu erzielen und lief dabei in einen blitzsauberen Konter der Steiner, den Harald Gröber nach Elibol-Vorlage per Kopf zum letztlich verdienten 3:1-Sieg abschloss.

Patrick Blankenship (in blau) sorgte für viel Dynamik im Spiel der Gäste und leitete auch den zwischenzeitlichen Ausgleich ein.
Foto: fussballn.de
Einen 1:0-Zittersieg landete derweil die SG 83 gegen den SV Tennenlohe und schob sich aufgrund der Partien vom Samstag wieder auf Rang vier vor. Die Hausherren machten zwar das Spiel, sahen sich aber immer wieder Tennenloher Nadelstichen ausgesetzt: So traf Oppelt nur den Außenpfosten (31.) und Reichelsdorfer die Latte (63.). Dazwischen scheiterte Johnson am guten SVT-Schlussmann Pfister, ehe er einen Eckball auf den Kopf von Grießemer zirkelte, der diesen schulmäßig zum "Tor des Tages" vollstreckte. Ein, gemessen an den Chancen glücklicher SG-Sieg - Tennenlohe hätte einen Punkt verdient gehabt und verpasste nach zuletzt zwei Siegen die Lücke zu den Nichtabstiegsrängen weiter zu verkleinern.

Hier scheiterte Alexander Johnson (rechts) noch an Tennenlohes Keeper Pfister, sorgte aber wenig später mit einem Eckball für die Vorarbeit zum Tor des Tages durch Stephan Grießemer.
Foto: Hofmann
Nach zuletzt zwei knappen Niederlagen fand der ASV Fürth im so wichtigen Heimspiel gegen die SpVgg Hüttenbach wieder in die Erfolgspur zurück. Für die SpVgg war es eine unnötige Niederlage, die im Resultat von 1:5 die Kräfteverhältnisse der gesamten Partie nicht widerspiegelt. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Gäste die bessere Mannschaft und hätten durchaus höher führen können. Bereits nach 15 Minuten hatten Hüttenbach die große Chance zur Führung, als Elterlein nach einem Pass aus dem Mittelfeld alleine auf das ASV-Tor zulief, sich jedoch den Ball zu weit vorlegte, so dass ASV-Torhüter Selenski im letzten Moment klären konnte. Die einzige nennenswerte Möglichkeit des ASV vor der Halbzeit hatte Berecz, dessen Schuss Andreas Gruner für seinen bereits geschlagenen Schlussmann klären konnte. Nach 35 Minuten folgte dann die verdiente Gäste-Führung, als Matthias Gruner auf der rechten Seite unbedrängt zur Flanke kam und Reutter in der Mitte aus fünf Metern einköpfen konnte. In der Folgezeit hatten die Gäste noch weitere Kontermöglichkeiten, die jedoch aufgrund von Ungenauigkeit bzw. Unvermögen teilweise kläglich vergeben wurden. Pech hatten sie allerdings, als quasi mit dem Halbzeitpfiff ein Freistoß von Reutter am Pfosten landete.

Einen 5:1-Sieg gab es für den ASV Fürth um Kapitän Christian Ziegler (links) - zur Pause befanden sich aber die Hüttenbacher noch auf der Siegerstraße.
Foto: fussballn.de
Kurz nach der Halbzeit kam die Heimelf dann zum überraschenden Ausgleich. Nach einer kurz ausgeführten Ecke war die Hintermannschaft der SpVgg für einen Augenblick nicht auf der Höhe, so dass Florian Knauer freistehend aus kurzer Distanz einnicken konnte (50.). In der Folgezeit entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Hierbei hatten jedoch auch wieder die Gäste vorerst die besseren Chancen: Zunächst konnte die Heimelf einen Kopfball von Stefan Gruner auf der Linie klären und nur kurze Zeit später setzte derselbe Spieler seinen Seitfallzieher nur Millimeter neben den Kasten. Pech hatte die SpVgg zudem, dass der Schiedsrichter nach Tacklings gegen Matthias Gruner und Loch zwei durchaus mögliche Strafstöße verweigerte. Fast wie aus dem Nichts fiel dann die Führung des ASV, als der eingewechselte Marco Klein gleich drei Gegenspieler umspielte und zum 2:1-Führungstreffer vollendete. Im Anschluss daran brachen die Gäste komplett ein, so dass sie in der Schlussphase noch drei weitere Treffer durch die nun befreit aufspielenden Fürther zuließen. Leandro Romio (84.) und Joker Max Schumann (89., 91.) schraubten das Resultat auf 5:1.

Erst im Schlussspurt konnte sich der ASV Fürth, dann sogar deutlich, durchsetzen und wichtige Punkte für den Klassenerhalt einfahren.
Foto: fussballn.de
Eine unglückliche 2:3-Niederlage musste Aufsteiger ATSV Erlangen gegen die seit fünf Spielen sieglose SpVgg Heßdorf einstecken. Dabei musste der ATSV, der durch die momentane Verletzungsmisere eh schon gehandicapt ist, mit Kurka und Goldammer in diesem Spiel zwei weitere verletzte Spieler verkraften. Zur Halbzeit sah es dennoch gut aus für Erlangen, denn die Hausherren führten mit 1:0. In einem durchwachsenen ersten Durchgang konnte der ATSV in der 38. Minute mit dem schönsten Angriff des gesamten Spieles mit 1:0 in Führung gehen. Erhardt erkämpfte sich in der eigenen Hälfte den Ball und setzte mit einem mustergültigen Pass Zeller auf dem rechten Flügel in Szene. Dieser lief fast bis zur Torauslinie und spielte dann den Ball sehenswert auf Steiner zurück, der aus elf Metern dem Heßdorfer Torwart keine Abwehrmöglichkeit ließ.

Mit 3:2 konnte sich die SpVgg Heßdorf (in rot-schwarz) dank einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang beim ATSV Erlangen durchsetzen und den Negativtrend stoppen.
Foto: R. Staab
Allerdings währte die Führung in der zweiten Halbzeit nicht lange. Bereits in der 51. Minute kam Heßdorf, nach mehreren Querschlägern im ATSV-Strafraum, durch den freistehenden Purucker zum 1:1-Ausgleich. Durch einen Doppelschlag kam Heßdorf in der 64. Minute durch Bräuning und in der 67. Minute durch Linsenmeyer zur 3:1-Führung. Dabei leistete jeweils ein ATSV-Akteuer die Vorarbeit. Zwar kam der Aufsteiger durch Steiner in der 84. Minute nochmals auf 2:3 heran, letztendlich blieb es aber aufgrund der Entstehung der Tore beim glücklichen 3:2-Sieg für die SpVgg Heßdorf.






