Burgfarrnbach holt den Kreispokal!

TSV Burgfarrnbach - ASV Vach 4:3 (1:1) nach Elfmeterschießen

Mit drei gehaltenen Elfmetern avancierte Keeper David Rudin zum Matchwinner für den neuen Kreispokal-Champion TSV Burgfarrnbach. Nach 90 Minuten wenig mitreißendem Fußball stand es 1:1. Die Vacher Führung durch Marco Jakl reichte dem ASV trotz Überzahl nicht, da Lukas Rahner in der 79. Minute zum Ausgleich traf.

Dass der TSV Burgfarrnbach in diesem Jahr beeindruckende Auftritte im Pokal hingelegt hatte, machte das Finale um den Toto-Kreispokal zu einer spannenden Angelegenheit. Denn den Burgfarrnbacher "Pokalhelden" stand kein Geringer gegenüber als Bezirksoberligist ASV Vach, der trotz Schwierigkeiten in der Liga, im Pokal doch recht sicher ins Finale marschierte und immer noch zu einem Schwergewicht in der Region zu zählen ist. Nun ja, was die 90 Minuten auf der Burgfarrnbacher "Tulpe" dann brachten, war nicht gerade berauschend, aber spannend wurde es zum Ende der Partie dennoch - fast schon dramatisch fiel die Entscheidung dann im Elfmeterschießen, der Pokalheld stand dabei im Burgfarrnbacher Tor.

Burgfarrnbach - Vach 4:3 nach ElfmeterschießenEine der wenigen Offensivaktionen der Burgfarrnbacher im ersten Durchgang.
Foto: fussballn.de

Aber der Reihe nach: Beide Team waren vom Anpfiff an um Ordnung bemüht und wollten vor der guten Kulisse von 450 Zuschauern - dem gegenseitigen Respekt gebührend - nicht unnötig ins offene Messer laufen. Die gastgebenden Burgfarrnbacher zogen sich geschickt zurück, machten die Räume eng und behaupteten sich von Beginn an in den Zweikämpfen gegen den klassenhöheren Vachern. Mit einem Eckball setzte die Heimelf den ersten offensiven Akzent. Richtige Torgefahr kam aber erst in der 16. Minute vor dem Burgfarrnbacher Tor auf: Timm Bergmann hatte einen Freistoß von der rechten Seite gefährlich in den Strafraum getreten. Dort konnte zunächst TSV-Schlussmann David Rudin prächtig klären, wäre aber im Nachschuss chancenlos gewesen. Die Rettungstat gegen den nachsetzenden ASV-Kapitän Dirk Henning brachte dafür aber ein Vacher Akteur unmittelbar vor der Torlinie zustande. Besonders dem Vacher Anhang dürfte in dieser Szene wieder die Sturmmisere, die den Vachern in fünf Partien gerade einen einzigen Treffer in der laufenden BOL-Saison erlaubt hatte, vor Augen geführt worden sein.

Burgfarrnbach - Vach 4:3 nach ElfmeterschießenKaum zu glauben: Diese Großchance konnten die Vacher nicht zur Führung nutzen.
Foto: fussballn.de

Nach diesem Aufreger tat sich recht wenig im ersten Durchgang. Burgfarrnbach stand in der Defensive recht sicher und streute nur gelegentlich Offensivaktionen ein, die zumeist über die rechte Seite, wo Roman Egerer seine Schnelligkeit ins Spiel brachte, abliefen. Ins Schwitzen kam Vachs Keeper Michael Lauth aber bis zum Pausenpfiff nicht. Neben der Großchance sprang für Vach ein harmloser Schuss von Cemil Aydogmus aus rund 25 Metern (32.) und ein sehenswerter, aber für David Rudin wohl dankbarer, Schlenzer von Maximlilian Schlierf auf das linke obere Toreck (33.) heraus.

Burgfarrnbach - Vach 4:3 nach ElfmeterschießenEine gute Zuschauerkulisse umrahmte das Finale in Burgfarrnbach.
Foto: fussballn.de

Bewegung war nach dem Seitenwechsel auf den Auswechselbänken. TSV-Coach Patrick Frühwald brachte Lukas Rahner für Egerer, auf der anderen Seite wechselte Uwe Neunsinger in der Offensive gleich doppelt: René Schumann ersetzt den unauffälligen Erman Elibol und Marco Jakl kam für Patrick Raab ins Spiel. Vach blieb wie schon im ersten Durchgang spielbestimmend, ohne zwingend zu agieren. Bei den Gastgebern überzeugte vor allem die Innenverteidigung um Kapitän Stefan Höck und dem starken Uwe Meyer. Aus der sicheren Deckung gelang es den Burgfarrnbachern dann auch, den ein oder anderen Konter zu fahren. In der 62. Minute setzte Daniel Littwin über die rechte Seite zu einem beherzten Lauf an und konnte nur durch ein Foul von Henning gestoppt werden. Den anschließenden Freistoß setzte Benjamin Rudin an die Unterlatte des Vacher Tores.

Burgfarrnbach - Vach 4:3 nach ElfmeterschießenBurgfarrnbacher Torjubel: Lukas Rahner (l.) hatte den TSV mit dem 1:1 zurück ins Spiel gebracht.
Foto: fussballn.de

Als Burgfarrnbach etwas mutiger nach vorne spielte, schlugen die Vacher zu. In einer Koproduktion der beiden frisch eingewechselten Spieler passte René Schumann von links flach in den Strafraum, wo TSV-Außenverteidiger Marcus Kirschner den Ball nicht klären konnte und Marco Jakl zur Vacher Führung abstaubte (68.). Aber es kam noch schlimmer für die Frühwald-Elf. Nach einem überharten Einsteigen wurde Jan Kirsch mit "Rot" des Feldes verwiesen und wird seinen Burgfarrnbachern bei den kommenden Spielen fehlen. Das Spiel war praktisch gelaufen. Doch dann kam der Auftritt von Lukas Rahner, vor dessen Einwechslung Vachs Coach Neunsinger seine Mannen noch gewarnt hatte. Doch der agile Rechtaußen setzte sich durch und traf aus spitzem Winkel maßgenau ins linke untere Eck (79.). Das war im wesentlichen auch der Schlusspunkt der 90 Minuten. Eine Entscheidung im Elfmeterschießen musste her.

Burgfarrnbach - Vach 4:3 nach ElfmeterschießenEiner der wenigen sicheren Schützen: Burgfarrnbachs Christian Barb.
Foto: fussballn.de

Dort traf zunächst der gerade erst dafür eingewechselte Andreas Sejans zur Vacher Führung. Anschließend hielt Lauth gegen Kapitän Höck und David Rudin den ebenso schwach geschossenen Elfer von Aydogmus. Benjamin Rudin setzte den Ball rechts neben das Tor, aber auch Schumann versagten die Nerven als er den Ball Richtung Burgfarrnbacher Sportheim drosch. Souverän verwandelte Christian Barb zum 2:2-Ausgleich. Als Alex Brater traf und Lauth gegen Uwe Meyer parierte, konnte sich Marco Jakl den Matchball zurecht legen. Doch der 19jährige Stürmer scheiterte an David Rudin. Nachdem Michael Mahr ausgleichen konnte, musste ein weiteres Stechen her. Rudin fischte auch den Elfmeter von Michael Faltermeier heraus und Francesco Russo brachte den Ball unter Michael Lauth ins Netz und sorgte damit für wahre Jubelstürme bei den Burgfarrnbachern.

Burgfarrnbach - Vach 4:3 nach Elfmeterschießen
Die Glückwünsche des Kreisspielleiters Konrad Meier (l.) und den Siegerscheck vom Repräsentanten von Lotto Bayern Wolfgang Kaim (r.) konnte TSV-Kapitän Stefan Höck entgegennehmen.
Foto: fussballn.de

So ging der Titel des Kreispokalsiegers und der 700-Euro-Scheck an die Hausherren, die nun auf Bayernebene ihre tolle Pokalserie fortsetzen möchten, aber zugleich betonten, den Schwung jetzt endlich auch in der Bezirksliga mitnehmen zu wollen. Dort steht am Dienstag die nächste Aufgabe bei der SpVgg Erlangen an.
Für Kreisspielleiter Konrad Meier fällt das Fazit mit Abschluss der Pokalrunde auf Kreisebene absolut positiv aus: "Der neue Modus hat sich bewährt. Der Pokal hat wieder an Attraktivität und Interesse zurückgewonnen." Und für die Vereine soll sich die Teilnahme in Zukunft auch finanziell lohnen. Ab der kommenden Saison werden bereits die Halbfinalisten mit Prämien bedacht. Geld hin oder her - den Titel des Kreispokalsiegers kann den Burgfarrnbachern schon jetzt keiner mehr nehmen!

Burgfarrnbach: D. Rudin, Littwin, Kirschner, Höck, U. Meyer, Kirsch, Egerer (57. Rahner), Russo, B. Rudin, Mahr, Barb
Vach: Lauth, Arzberger, Henning, Brater, Faltermeier, Fierus, Raab (63. Schumann), Schlierf, Aydogmus, T. Bergmann (88. Sejans), Elibol (63. Jakl)

Tore: 0:1 Jakl (68.), 1:1 Rahner (79.)
Im Elfmeterschießen: 1:2 Sejans, Lauth hält gegen Höck, D. Rudin hält gegen Aydogmus, B. Rudin neben das Tor, Schumann über das Tor, 2:2 Barb, 2:3 Brater, Lauth hält gegen U. Meyer, D. Rudin hält gegen Jakl, 3:3 Mahr, D. Rudin hält gegen Faltermeier, 4:3 Russo
SR:
Hanslbauer (TSV Altenberg) / Zuschauer: 450
Rote Karte: Kirsch (Burgfarrnbach) wegen groben Foulspiels (73.)