Seukendorf lässt Fair-Play walten

A-Klasse 9: präsentiert von der Sparkasse Fürth

Freiwilliger Verzicht auf Wiederholungsspiel bei Johannis 83 II

Mit einem Spielabbruch endete die Partie der A-Klasse 9 zwischen dem TSV Johannis 83 II gegen den SV Seukendorf am 13. November 2011. Beim Stande von 7:0 für die 83er-Reserve hatte sich ein Seukendorfer Spieler eine Ampelkarte eingehandelt und sich dann verbal abfällig, wohl auch drohend, gegenüber dem Unparteiischen geäußert. Für das Kreissportgericht stand schnell fest: "Der Sachverhalt rechtfertigt keinen Spielabbruch." Obwohl dem SV Seukendorf folglich ein Wiederholungsspiel zustehen würde, verzichtet die Elf von Albert Bayer aus Fairnessgründen darauf.

"Wir sind vielleicht fußballerisch nicht die Besten, aber wir wissen, was die sportliche Fairness gebietet", erklärte SVS-Coach Albert Bayer gegenüber fussballn.de den Entschluss der Seukendorfer zum Wiederholungsspiel gegen den TSV Johannis 83 II nicht anzutreten. Zwar hätten die abstiegsbedrohten Seukendorfer (nur zwei Punkte retten aktuell vor einem Abstiegsrang) in einem Wiederholungsspiel die Möglichkeit gehabt, wertvolle Punkte zu sammeln, doch dies kam für die Bayer-Elf nie in Frage. "Johannis hätte die Partie ja klar gewonnen, der Abbruch, auch wenn er ungerechtfertigt und total überzogen war, wurde von einem unserer Spieler verursacht - so fair sollte man dann schon sein, dass man die Punkte dort lässt, wo sie hingehören", entgegnet der Trainer mit der Entscheidung einem von allen Seiten ungewollten, aber zwingend vorgeschriebenen Urteil auf sehr sportliche Art.

Wir erinnern uns zurück an den Spielverlauf vom 13. November 2011 am Zeisigweg: "Achtzig Minuten Einbahnstraßenfußball waren in Johannis geboten: Die gastgebende zweite Mannschaft von Johannis 83 dominierte den SV Seukendorf nach Belieben und schoss sich bis zehn Minuten vor Schluss eine 7:0-Führung heraus (...) Seukendorf vermochte zu keiner Zeit an die Leistung des Hinspiels anzuknüpfen, wo die Partie bis zum Schluss auf des Messers Schneide stand und sich der Favorit nur knapp mit 3:2 durchsetzen konnte. (...) Zehn Minuten vor Schluss hatte dann ein SVS-Stürmer seinen "großen Auftritt" und sorgte für ein unrühmliches Ende einer sonst fairen Partie! Nach einem Foulspiel im Mittelfeld ging er mit erhobener Faust auf seinen Gegenspieler zu und wurde dafür vom Schiedsrichter mit der Gelb-Roten Karte bedacht. Eine gegenüber dem Schiedsrichter geäußerte Drohung führte schließlich zum Abbruch der Partie nach achtzig Minuten."

Johannis 83 II - Seukendorf

Viele Tore und einen Aufreger kurz vor Schluss sahen die Zuschauer im November am Zeisigweg. Seukendorf befand sich klar auf der Verliererstraße und hätte nach dem Sportgerichtsurteil nun doch die Chance das Spiel neu zu spielen, darauf möchte der SVS aber verzichten.
Foto: Schimmank

Ein Johanniser Akteur erinnert sich an den Vorfall: "Beim Stand von 7:0 macht ein Johanniser Spieler an der Mittellinie ein 'taktisches' Foul. Der bereits verwarnte Seukendorfer flippt total aus und täuscht dem am Boden liegenden Johanniser einen Schlag ins Gesicht an. Folgerichtig zeigt der bis dahin gut pfeifende Schiri dem Seukendorfer Spieler die Ampelkarte. Daraufhin bedroht er den Schiri, so wie ich gehört habe, mit den Worten: 'wir sehen uns nach dem Spiel', also bricht der Schiri das Spiel ab und flüchtet in die Kabine, ohne dass der besagte Spieler noch etwas gemacht hatte.

Beide Seiten bestätigten auch, dass es ein absolut faires Spiel war, in dem einzig ein SVS-Spieler "ein wenig die Nerven verlor" und zu Recht die Gelb-Rote Karte sah. Dass die verbale Drohung dieses Spielers ("er wird für uns nicht mehr spielen", so Bayer) beim Verlassen des Platzes gegenüber dem Schiedsrichter, diesen dazu veranlasste das Spiel abzubrechen, sah auch das Kreissportgericht anhand der Meldung des Unparteiischen nicht als Rechtfertigungsgrund für ein vorzeitiges Spielende an. Folgerichtig muss Gruppenspielleiter Ingo Frühbeißer die Partie neu ansetzen: "Ich brauch ja ein Ergebnis und muss dem Urteil des Sportgerichts folgen. Wenn Seukendorf nicht antritt, muss ich das wiederum ans Sportgericht melden", verrät Frühbeißer die Kniffe der Spielordnung.

Dem "gesunden Menschenverstand" nach, demzufolge die Johanniser einen Sieg einforderten, das Sportgericht aufgrund des Tatbestands freilich nicht folgen konnte, hilft nun also der SV Seukendorf nach, in dem er nicht antreten wird. Offen ist allerdings noch, ob das Nichtantreten der Seukendorf zwingend mit einer Strafe einhergehen muss, oder ob dieses "sportliche Fernbleiben" entsprechend gewürdigt wird.

überwiegend Duelle im Tabellenkeller auf dem Programm. Burgfarrnbach II (5:2 in

Obermichelbach), Seukendorf (3:2 in Tuchenbach) und Cadolzburg II (1:0 gegen Wachendorf)

können wichtige Punkte sammeln; im gesicherten Mittelfeld schlägt Poppenreuth Schweinau mit

7:2.q