Weinzierlein II klettert aus dem Keller
Geschrieben von: Christian Bauer / DR / AB / MA Dienstag, den 29. November 2011 um 16:55 Uhr
A-Klasse 9: präsentiert von der Sparkasse Fürth
Weiherhof überwintert auf Abstiegsplatz / Seukendorf rutscht ab
In den letzten Spielen des Jahres 2011 gelang es dem ASV Weinzierlein II mit einem 6:1 bei Schlusslicht Turnerschaft Fürth noch, sich auf einen Nicht-Abstiegsplatz zu retten. Neben der Turnerschaft überwintert auch Weiherhof "unter dem Strich": Das 1:4 in Obermichelbach ließ den SVW zurückfallen. Wichtige Punkte im Abstiegskampf konnte auch Südwest II sammeln, das gegen Seukendorf mit 6:1 gewann und die Seukendorfer so in arge Nöte stürzten - nur noch zwei Punkte trennen die Bayer-Elf vom Vorletzten Weiherhof. Verglichen mit den Kellerduellen ging es zwischen den Tabellennachbarn im Mittelfeld, Reichelsdorf und Tuchenbach, um die goldene Ananas und einen versöhnlichen Jahresausklang - der gelang Reichelsdorf mit einem 4:2-Erfolg.
Der Letzte gegen den Vorletzten, ein fußballerischer Leckerbissen war bei dieser Tabellenkonstellation im Spiel zwischen der Turnerschaft und Weinzierlein II nicht zu erwarten. Zuletzt bewiesen beide Teams allerdings aufstrebende Form: Weinzierlein setzte sich gegen Seukendorf durch, die Turnerschaft konnte ihren Aufwärtstrend nach dem ersten Saisonsieg vor zwei Wochen auch mit einer ansprechenden Vorstellung gegen Zirndorf belegen (2:3). Im Kellerduell verschlief die Defensive allerdings die Anfangsphase und wurde prompt bestraft: Nur dreißig Sekunden waren gespielt, als Benny Hirschmann Felix Höhns Flanke von der linken Seite zur Führung für Weinzierlein ins Tor köpfte. Für Sicherheit sorgte die frühe Führung auf Seiten der Gäste allerdings kaum. Die Turnerschaft Fürth hatte deutlich mehr Ballbesitz, konnte sich daraus aber kaum Torchancen erspielen. Weinzierlein wiederum gelang es, trotz zahlreicher Fehler im Spielaufbau, das Tor von Celal Cogaltmis ein ums andere Mal unter Druck zu setzen. Das 2:0 kurz vor Pausenpfiff war dennoch schmeichelhaft: Tobias Peter setzte sich mit einem Solo im Strafraum durch und legte auf Frank Loidold quer, der nur noch einschieben brauchte.

Das 2:0 noch vor der Pause: Der starke Tobias Peter (am Boden) hatte sich durchgesetzt und in die Mitte gegeben, wo Frank Loibold den Ball in Bedrängnis ins leere Tor schieben kann.
Foto: Reiser
Gleich nach der Pause fiel dann die Vorentscheidung: Felix Höhn zielte aus 20 Metern genau und ließ Cogaltmis mit einem Schuss, der vom Innenpfosten ins Tor prallte, keine Abwehrchance. Die Turnerschaft Fürth steckte dennoch nicht auf und tauchte immer wieder vor dem ASV-Tor auf. Als Keeper Christian Heißmann einen Freistoß gerade noch parieren konnte, staubte Baris Ahmet aus kurzer Distanz zum 1:3 ab (54.). Das Tor gab den Gastgebern Auftrieb, doch wie schon im ersten Durchgang scheiterten sie daran, die Feldüberlegenheit in klare Torgelegenheiten umzumünzen. Nach siebzig Minuten stellte Oli Höhn auf Zuspiel von Tobias Peter den alten Abstand wieder her. Nun war der Widerstand des Schlusslichts gebrochen; Weinzierlein kombinierte nun nach Belieben, zielte im Abschluss aber häufig vorbei. So sahen die Zuschauer lediglich zwei weitere Treffer. Tobias Peter krönte nach zwei Vorlagen sein Pensum mit dem 1:5 (80.) und in der Schlussminute zirkelte Felix Höhn den Ball aus 20 Metern ins Tordreieck.

Zumindest ein Anschlusstreffer gelang der Turnerschaft: Heißmann konnte den Freistoß hier zwar noch parieren, Baris Ahmet (Nr. 9) steht aber bereits goldrichtig und kann zum zwischenzeitlichen 1:3 abstauben.
Foto: Reiser
Nicht das einzige 6:1 an diesem Wochenende: Auch Südwest II konnte sich gegen den SV Seukendorf mit diesem deutlichen Ergebnis durchsetzen. In einem einseitigen Spiel hatten die Gastgeber von vornherein das Heft in der Hand und entschieden die Partie noch vor der Pause. Nachdem Rupprecht seine Farben nach einer schönen Einzelleistung bereits nach zehn Minuten in Führung gebracht hatte, legten Gencalioglu (25.), Deniz (35.) und Heller (40.) nach und schossen eine komfortable 4:0-Führung zur Pause heraus. Nach dem Seitenwechsel ließ es der TSV ruhiger angehen, Seukendorf kam durch den eingewechselten Kesska zumindest noch zum Ehrentreffer. Heller stellte nur fünf Minuten später mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag den alten Abstand wieder her; der Schlusspunkt war Daniel Morawietz vorbehalten, der kurz vor Abpfiff zum 6:1 traf.

Das 1:6 seines SV Seukendorf bei Südwest II bringt Albert Bayers Elf gefährlich nahe an die Abstiegsränge - die Besetzung des Gegners stieß dem SVS-Trainer dabei besonders sauer auf.
Foto: fussballn.de
Die Niederlage reißt die Seukendorfer mitten hinein in den Abstiegsstrudel. Nach einem guten Saisonstart mit sechs Punkten aus den ersten drei Spielen überwintert der SVS mit nunmehr viezehn Punkten direkt vor der Abstiegszone - nur zwei Punkte trennen den Tabellenelften vom neuen Vorletzten SV Weiherhof. Nicht nur die Niederlage gegen den direkten Konkurrenten brachten den Seukendorfer Trainer Albert Bayer aber nach dem Spiel auf die Palme: Südwest hatte seine zweite Mannschaft im wichtigen Abstiegsspiel mit einigen Leistungsträgern aus der spielfreien ersten Mannschaft (unangefochtener Tabellenführer in der A-Klasse 6) verstärkt. "Gegen andere Gegner, die sich auch im Abstiegskampf befinden, spielen die nicht", echauffierte sich Bayer. "Das ist zwar rechtlich in Ordnung, dass die spielen, aber doch eigentlich eine mehr als klare Wettbewerbsverzerrung", so der Seukendorfer Trainer nach der "völlig verdienten" Niederlage gegenüber fussballn.de.
Dass die Abstiegsbedrohung der Seukendorfer zur Winterpause nicht noch akuter ist, ist dem SC Obermichelbach zu verdanken, der den SV Weiherhof mit 4:1 in Schach hielt und damit auf einem Abstiegsplatz überwintern lässt. Dabei spielte der Abstiegskandidat in der ersten Hälfte durchaus gefällig mit - zwar brachte Andreas Gaßmann die Gastgeber nach 26 Minuten per Kopf nach einer Freistoßflanke von Neuzugang Vigas in Führung, noch vor der Pause gelang Weiherhof aber der Ausgleich: Müller verwandelte einen Freistoß ebenfalls direkt (36.). Nach dem Seitenwechsel dominierte aber der SCO die Partie - der agile Gaßmann konnte im Strafraum nur durch ein Foul gestoppt werden, Tully verwandelte den Strafstoß zur neuerlichen Obermichelbacher Führung. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte ein Doppelschlag dann die Entscheidung zugunsten des Tabellenvierten: Kanhäußer setzte sich im Weiherhofer Strafraum gut durch und schoss zur 3:1-Führung ein (75.), drei Minuten später schickte der eingewechselte Fabian Enders Torjäger Tully mit einem schönen Pass auf die Reise; der behielt alleine vor SVW-Schlussmann Becker die Nerven, umspielte diesen und schob zum 4:1-Endstand ein.

Erfolgreiche Hinrunde: Vor einem Jahr war der SC Obermichelbach zu diesem Zeitpunkt noch Letzter und konnte unter Interims-Coach Alex Bühringer gerade noch die Klasse halten. Jetzt steht der SCO auf Rang vier und will das Spitzentrio Veitsbronn II, Johannis II und Burgfarrnbach II noch ein wenig ärgern.
Foto: fussballn.de
Deutlich weniger stand im Spiel zwischen dem SV Reichelsdorf und den SF Tuchenbach auf dem Spiel: Nach einer soliden Hinrunde mit Licht und Schatten hatten sich beide Teams im Tabellenmittelfeld festgesetzt und werden auch im Jahr 2012 aller Voraussicht nach weder im Kampf um die Spitze ein Wörtchen mitreden, noch sich allzu große Sorgen um den Klassenerhalt machen müssen. Im letzten Spiel des Jahres gelang es Reichelsdorf, das Jahr 2011 zu einem guten Abschluss zu bringen: Nach einem verdienten 4:2-Erfolg gegen die Sportfreunde überholt der SVR den Kontrahenten noch und überwintert auf Tabellenplatz sieben, einen Punkt vor den Tuchenbachern, die das Jahr auf Rang acht abschließen.




