Burgfarrnbach schließt auf - und unten wird's eng

A-Klasse 9: präsentiert von der Sparkasse Fürth

Veitsbronn II und Johannis 83 II patzen / Siege für die Abstiegskandidaten

Der letzte offizielle Spieltag des Jahres 2011 bringt noch einmal Spannung in die Liga: Veitsbronn II bringt zwar die Tabellenführung in die Winterpause, strauchelt beim 0:0 in Obermichelbach ebenso wie Konkurrent Johannis 83 II in Cadolzburg (2:2). Nutznießer ist die Burgfarrnbacher Zweite, die durch das 5:3 in Tuchenbach wieder aufschließt. Dafür punkteten die Kellerkinder - und zwar allesamt auswärts: Weiherhof gewann in Ammerndorf 2:1, Südwest II entführte drei Punkte aus Reichelsdorf (4:1) und Weinzierlein II verstärkt mit seinem 2:1 in Seukendorf die Sorgen des SVS. Für den einzigen Heimsieg des Spieltags sorgt Zirndorf II, das Schlusslicht Turnerschaft dank eines Hornberger-Doppelpacks in den letzten vier Minuten 3:2 niederringt.

Für Spitzenreiter Veitsbronn II ging es zum Jahresausklang ins nahe Obermichelbach - die kurze Anfahrt war aber auch die einzige Annehmlichkeit, die diese Ansetzung bereithalten sollte. Nach einer starken Hinrunde mit zwischenzeitlich engem Kontakt zu den Aufstiegsrängen liegt der SCO mittlerweile auf Rang vier und wollte sich für die 0:3-Pleite im Hinspiel revanchieren. Dementsprechend einsatzfreudig präsentierten sich die Obermichelbacher auch von Beginn an und nahmen das Heft in die Hand. Nach zehn Minuten zappelte der Ball erstmals im Veitsbronner Tor, Tully tauchte frei vor Pickel auf und schob zur vermeintlichen Führung ein. Weil Schiedsrichter Kügler zuvor aber ein Foul an Kanhäußer gesehen hatte und den Vorteil abpfiff, blieb es beim torlosen Unentschieden - ein Ergebnis, das bis zur Pause Bestand hatte. Obermichelbach hatte zwar mehr vom Spiel, ließ aber im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen.

Obermichelbach - Veitsbronn II

Spielerisch war das Spitzenspiel zwischen Obermichelbach (in weiß) und Veitsbronn II kein Leckerbissen, das Derby war umkämpft - so sah Edgar Herold (links) als einer von zwei Veitsbronnern den roten Karton.
Foto: Ultsch

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie dann hitziger: Kallert, bereits verwarnt, war nach einer Stunde zu einem taktischen Foul im Mittelfeld gezwungen und wurde mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt. In Unterzahl besannen sich die Veitsbronner nun aber und übernahmen zunehmend die Spielkontrolle - ein ums andere Mal prüften sie SCO-Keeper Schütt, die beste Gelegenheit hatte Edgar Herold sieben Minuten vor Schluss: Freistehend tauchte er vor dem Tor der Gastgeber auf, scheiterte aber am ausgezeichnet reagierenden Schütt. So blieb die Partie torlos - der letzte Aufreger des Spiels war abermals Herold vorbehalten, der im Laufduell mit Gaßmann den Ellenbogen ausfuhr und glatt mit Rot vom Platz gestellt wurde.

So verpassten die Veitsbronner beim Nachbarn die große Gelegenheit, davonzuziehen - bereits zwei Stunden vorher hatte nämlich auch der zweite heiße Aufstiegskandidat, Johannis 83 II, Federn gelassen. In Cadolzburg kam die Fechner-Elf nicht über ein 2:2 hinaus; für die Cadolzburger ist es der erste Punktgewinn seit dem 2:2 gegen Seukendorf vor vier Wochen. Dabei sah es anfangs nach dem erwarteten Sieg der Nürnberger aus: Im ersten Angriff trieb Haralampos Sivroglous den Ball über die rechte Seite, flankte auf Dino Music, der nur noch den Fuß hinhalten musste - 1:0 (2.). Das frühe Tor brachte allerdings nicht die erhoffte Sicherheit und Ruhe ins Spiel der Gäste - im Aufbau reihten sich die Fehlpässe, während Cadolzburg geschickt störte und so zu ersten Torgelegenheiten kamen. Filbigs Ausgleich (22.) war folglich verdient, Wenzel konnte sieben Minute vor der Pause die Partie gar drehen und das 2:1 für Cadolzburg II erzielen.

Cadolzburg II - Johannis 83 II

Filbig (Nr. 9) war in der ersten Hälfte einer der Cadolzburger Aktivposten und erzielte den Ausgleich für sein Team.
Foto: Barth

Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild: Johannis wusste mit der Favoritenrolle nicht so recht etwas anzufangen, ließ aber auch hinten wenig zu. Auf der Gegenseite waren die Cadolzburger beseelt, die Führung zu verteidigen und auf Konter zu setzen, die jedoch selten zu Ende gespielt werden konnten. So mussten Standardsituationen als probates Mittel herhalten: 83-Kapitän Eftimios Sivroglou trat aus knapp 20 Metern zentraler Position zum Freistoß an und versenkte sehenswert über die Mauer hinweg ins rechte obere Eck (79.). Ein weiterer Treffer sollte nicht mehr fallen - Cadolzburg und Johannis trennen sich, durchaus überraschend, aber sicherlich verdient mit 2:2-Unentschieden.

Cadolzburg II - Johannis 83 II

Sivroglou! Dieser sehenswert verwandelte Freistoß des Johannis-Kapitäns sicherte dem Tabellenzweiten zumindest einen Punkt in Sporch.
Foto: Barth

Für die Cadolzburger, die nach drei Niederlagen in Serie zuletzt durchaus auch nach unten schielen mussten, war dieser Punkt Gold wert - ansonsten wurde im Keller an diesem Spieltag nämlich fleißig gepunktet. Den Anfang machte Weiherhof bei einer ersatzgeschwächten zweiten Mannschaft des TSV Ammerndorf. von Beginn an ließ der SVW sein Bestreben erkennen, "über dem Strich" zu überwintern und nahm das Spiel in die Hand; Rumpf kam zu ersten guten Gelegenheiten, scheiterte jedoch am Ammerndorfer Keeper. Auf der Gegenseite nutzte Torjäger Kauntz die erste Chance der Hausherren und schlenzte seinen Freistoß vom Strafraumeck zur 1:0-Führung in die Maschen. Weiherhof, das psychologisch mit einer Rückstands-Situation mittlerweile umzugehen weiß, zeigte sich wenig geschockt und kam durch Richter zur besten Gelegenheit zum Ausgleich; sein Freistoß traf aber nur das Lattenkreuz.

SV Weiherhof - TSV Südwest II

Zwei siegreiche Teams: Weiherhof (gelb) und Südwest II (rot) sammelten beide wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.
Foto: fussballn.de

Nach dem Seitenwechsel war den Gästen die Motivation, das Spiel noch zu drehen, anzumerken: Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff konnte die Ammerndorfer Abwehr den Ball nach einer Ecke nicht klären, über Umwege gelangte der Ball zu Haarländer, der überlegt einschob. Zehn Minuten später hatte Lui Haarländer der Partie endgültig seinen Stempel aufgedrückt: Binöder schickte den Torjäger steil, eine kurze Drehung um den Gegenspieler und ein Schuss brachten die 2:1-Führung für Weiherhof. Im Anschluss stellte Weiherhof unerklärlicherweise sein druckvolles Pressing ein und ließ somit die Heim-Elf wieder ins Spiel zurückkommen. Eine halbe Stunde war noch zu spielen, doch Ammerndorf schaffte es nicht mehr, für nennenswerte Gefahr vor dem Tor von Florian Albrecht zu sorgen und unterlag so verdient mit 2:1.

Der große Wurf im Abstiegskampf blieb Weiherhof aber verwehrt - auch weil Südwest II nicht minder eindrucksvoll punktete und mit dem 4:1 in Reichelsdorf einen durchaus erfolgreichen Herbst krönte. Vier Siege sammelten die Nürnberger in den neun Spielen seit Anfang Oktober, verloren wurde nur gegen die Aufstiegskandidaten Burgfarrnbach II, Obermichelbach und Veitsbronn II. Auch im Derby in Reichelsdorf bewies die Christodulopulos-Elf vor allem Moral. Bindner brachte die Gastgeber zwar nach einer guten halben Stunde in Führung, postwendend drehten der gut aufgelegte Fuat Deniz (37.) und Mohamed Mustafa (40.) aber die Partie. Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich die Teams lange Zeit weitgehend, bis Deniz zehn Minuten vor Schluss die Vorentscheidung gelang. Petr Vavra konnte in der 89. Minute gar noch auf 4:1 erhöhen.

Seukendorf - Weinzierlein II

Alle Mann im Strafraum - vor allem bei Standardsitautionen bewies der Vorletzte, Weinzierlein II, in Seukendorf Gefahr: Becks 1:0 fiel ebenso nach einem Freistoß wie das 2:0 durch Schützen Völkel selbst.
Foto: Reiser

Im einzigen Duell zweier Konkurrenten im Keller setzte sich der Vorletzte Weinzierlein II knapp mit 2:1 beim SV Seukendorf durch. Die Gastgeber gingen mit der schweren Hypothek in die Partie, auf fünf Leistungsträger verzichten zu müssen. Es entwickelte sich dennoch ein ausgeglichenes Spiel: Weinzierlein hatte zwar die ersten Chancen, aber auch der SV Seukendorf tauchte gelegentlich gefährlich vor dem Tor auf. So zielte Markus Haltrich nach 23 Minuten mit einem Schuß aus der Drehung knapp vorbei. Die Führung des ASV resultierte aus einem Freistoß auf der rechten Seiten. Andy Völkel flankte präzise auf Dominic Beck, der aus 5 Metern ins Tor köpfte (25.) - Seukendorf blieb dran und kam durch Bock zur besten Ausgleichschance, er zirkelte den Ball von der Strafraumgrenze abre am Tor vorbei.

Der Knackpunkt des Spiels dann in der 50. Minute: Ohne Gegnereinwirkung verletzte sich Markus Haltrich, der bis dato im Mittelfeld Akzente setzte, am Knie - Trainer Albert Bayer schnürte selbst die Fußballschuhe und half abermals aus. Weinzierlein hatte danach Feldüberlegenheit und weitere Torgelegenheiten; eine davon führte nach 69 Minuten schließlich zum zweiten Treffer: Völkel brachte einen Freistoß flach auf's Tor, Feder im SVS-Tor schien überrascht und ließ den Ball von seinem Bein ins Tor prallen. Doch auch nach diesem zweiten Nackenschlag steckte Seukendorf nicht auf und drängte auf den Anschluss - dies wurde nur drei Minuten später belohnt: Stephan Mertels Freistoß von der linken Seite ereichte Dominik Hüttinger am langen Pfosten, der aus fünf Metern keine Mühe hatte, den Ball im Tor unterzubringen. Nun mobilisierte Seukendorf nochmals alle Kräfte und drückte auf den Ausgleich - letztlich fehlte aber das letzte Quäntchen Glück, zudem bot Heißmann im ASV-Tor eine starke Leistung. Drei Minuten vor Schluss hätte dann Dominic Beck nach einem Konter für die Vorentscheidung sorgen können, traf jedoch nur die Unterkatte der Latte. So zitterte sich Weinzierlein zu einem knappen, aber verdienten 2:1-Erfolg und zieht Seukendorf weiter in den Abstiegsstrudel.

Seukendorf - Weinzierlein II

Seukendorfs Keeper Feder (im Hintergrund) ist hier auf dem Posten - beim Völkels Freistoß zum 2:0 lenkte er den Ball unglücklich in die eigenen Maschen.
Foto: Reiser

Der wird zunehmend enger und verspricht für 2012 einiges an Spannung - selbst die als abgeschlagen geltende Turnerschaft schwingt sich in den letzten Wochen wieder zu konkurrenzfähigen Leistungen auf. Nach dem 4:1-Erfolg gegen Cadolzburg II (den ersten Punkten überhaupt) bot das Schlusslicht auch bei Zirndorf II eine durchaus ligataugliche Leistung. Zwar ging der Tabellensechste standesgemäß durch Schramms strammen Schuss nach zehn Minuten in Führung, danach waren die Fürther jedoch trotz Kobaks früher Verletzung ein Gegner auf Augenhöhe. Noch vor der Pause konnte Sarikaya ausgleichen; unmittelbar nach dem Seitenwechsel war die Partie dann gedreht: Konal hatte getroffen und brachte die Turnerschaft damit in die Spur für den zweiten Saisonsieg. Nach einer guten Stunde erwies Bülretin seiner Mannschaft aber einen Bärendienst: Seine gelb-rote Karte sorgte für eine Unterzahlsituation gegen anrennende Zirndorfer, die sich die Blöße einer Heimniederlage gegen die Fürther nicht geben wollten, Markus Hornberger war es schließlich, der die Partie mit seinem späten Doppelpack (86., 90.) abermals drehte und dem Schlusslicht so den Lohn der Mühen in der letzten Minute noch entriss.

Zirndorf II - Turnerschaft

Wo ist der Ball? Lange Zeit gelang es der in blau angetretenen Turnerschaft ihren Zirndorfer Gegenspielern das Nachsehen zu geben. Kurz vor Schluss entschied jedoch Markus Hornberger mit einem Doppelschlag die Partie zugunsten des TSV.
Foto: fussballn.de

Trotzdem macht die Leistung des Tabellenletzten den Eindruck, dass der Zug noch nicht abgefahren ist - und im kommenden Jahr einige Spannung geboten sein wird. Gleiches gilt übrigens auch für die Spitzenregionen, wo Burgfarrnbach II den Anschluss an das Spitzenduo wieder herstellen konnte. Nachdem sowohl Veitsbronn, als auch Johannis am letzten Spieltag vor der Winterpause patzten, zählt die Burgfarrnbacher Reserve zu den Gewinnern des Spieltags. In Tuchenbach brachte Torjäger Tobias Werner seine Farben schon früh auf die Siegerstraße, nach zehn Minuten hatte der "Mann des Monats September" zweimal eingenetzt. Zwar konnte Jörg Eder noch einmal verkürzen (17.), danach zeigte Tuchenbach aber herzlich wenig, um ihrerseits für Überraschugnen zu sorgen. Scheiderer (30.), Strassgürtel (50.) und abermals Scheiderer (75.) schossen eine klare Tabellenführung für den Tabellendritten heraus, die auch die kosmetischen Anschlusstreffer von Singh und Kundinger in der Schlussphase nicht mehr ins Wanken bringen konnten.

Obwohl die Runde für das Jahr 2011 damit offiziell beendet ist, stehen am Sonntag noch einige Nachholspiele auf dem Programm - besonders im Tabellenkeller ist Spannung geboten: Südwest II gegen Seukendorf und Turnerschaft gegen Weinzierlein bedeutet zwei direkte Duelle; auch Konkurrent Weiherhof (in Obermichelbach) ist involviert. Für Reichelsdorf und Tuchenbach geht es in der Tabelle zumindest vor dem Jahreswechsel um nicht mehr allzu viel.

überwiegend Duelle im Tabellenkeller auf dem Programm. Burgfarrnbach II (5:2 in

Obermichelbach), Seukendorf (3:2 in Tuchenbach) und Cadolzburg II (1:0 gegen Wachendorf)

können wichtige Punkte sammeln; im gesicherten Mittelfeld schlägt Poppenreuth Schweinau mit

7:2.q