Ein Seukendorfer verlor die Nerven
Geschrieben von: Christian Bauer / JPB / RL / BG Dienstag, den 15. November 2011 um 12:40 Uhr
A-Klasse 9: präsentiert von der Sparkasse Fürth
Zwei Sportgerichts-Entscheidungen am Wochenende / Erste Punkte für die Turnerschaft
Für den Aufreger des Spieltags sorgte der SV Seukendorf im Gastspiel beim Tabellenzweiten Johannis 83 II: Beim Stand von 0:7 wurde die Partie abgebrochen. Das Sportgericht sprach dem Zweiten einen X:0-Sieg zu, ebenso wie dem SC Obermichelbach im Spiel gegen Reichelsdorf. Veitsbronn II kann mit einem 5:0 über Weiherhof seine Tabellenführung behaupten. Burgfarrnbach II (3:1 gegen Zirndorf II) bleibt auf den Fersen, während im Keller Südwest II (4:0 gegen Tuchenbach) und die bislang sieglose Turnerschaft (4:1 gegen Cadolzburg II) mit deutlichen Siegen überraschen können. Mit der 0:3-Niederlage gegen Ammerndorf II büßt Weinzierlein II so wichtigen Boden im Abstiegskampf ein.
Achtzig Minuten Einbahnstraßenfußball waren am Wochenende in Johannis geboten: Die gastgebende zweite Mannschaft von Johannis 83 dominierte den SV Seukendorf nach Belieben und schoss sich bis zehn Minuten vor Schluss eine 7:0-Führung heraus. Bereits nach einer Viertelstunde hatte Marius Bauer die Weichen für eine Johanniser Gala gestellt. Zweimal war er per Abstauber nach Abprallern des Seukendorfer Torhüters zur Stelle. Spätestens, als Haralampos Sivroglou mit dem Kopf das 3:0 erzielte (30.), war die Begegnung entschieden. Vor dem Gang in die Kabinen erhöhten die Gastgeber in Person von Peter Lößel gar noch auf 4:0.

Viele Tore und einen Aufreger kurz vor Schluss sahen die Zuschauer am Zeisigweg. Seukendorfs Keeper Feder war um seine Position jedenfalls nicht zu beneiden.
Foto: Schimmank
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts an der Johanniser Überlegenheit. Seukendorf vermochte zu keiner Zeit an die Leistung des Hinspiels anzuknüpfen, wo die Partie bis zum Schluss auf des Messers Schneide stand und sich der Favorit nur knapp mit 3:2 durchsetzen konnte. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff stand es mit Unterstützung des Seukendorfer Goalies und nach Treffern von Haralampos Sivroglou und Dino Music 6:0. Nach Pass des gerade eingewechselten Wemken schnürte auch Peter Lößel seinen Doppelpack. Zehn Minuten vor Schluss hatte dann SVS-Stürmer Robert Haas seinen "großen Auftritt" und sorgte für ein unrühmliches Ende einer sonst fairen Partie! Nach einem Foulspiel im Mittelfeld ging Haas mit erhobener Faust auf seinen Gegenspieler zu und wurde dafür von Schiedsrichter Heinz Höcht mit der Gelb-Roten Karte bedacht. Eine gegenüber dem Schiedsrichter geäußerte Drohung führte schließlich zum Abbruch der Partie nach achtzig Minuten. Der TSV Johannis 83 II dürfte sich über die X:0-Wertung sicher nicht übermäßig gefreut haben, der SV Seukendorf handelte sich unnötigen Ärger ein.
Ein weiteres X:0 bekam der SC Obermichelbach gegen den SV Reichelsdorf, der krankheitsbedingt keine Mannschaft stellen konnte, zugesprochen - nachdem bereits letzte Woche das Obermichelbacher Spiel gegen Weiherhof ausfiel (wurde auf den 27. November verlegt), geht der SCO zumindest ausgeruht in das Spitzenspiel gegen Veitsbronn II am kommenden Wochenende. Den Veitsbronnern glückte am heimischen Hamesbuck die Generalprobe gegen Weiherhof: Wie Verfolger Johannis 83 II zeigte sich auch der Spitzenreiter souverän und ließ dem Abstiegskandidaten keine Chance. Frank Dallhammer bewies seine zuletzt gute Form und brachte den ASV nach achtzehn Minuten auf die Siegerstraße. Rauch erhöhte noch vor der Pause auf 2:0, danach schwächte sich Weiherhof selbst: Cattus klatschte Beifall für Schiedsrichter Hofmann und wurde von diesem prompt mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
Zu zehnt gelang dem SVW im zweiten Durchgang natürlich erst recht herzlich wenig. Veitsbronn spielte souverän und kontrollierte die Partie, ließ jedoch teilweise die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. So dauerte es bis zur 70. Spielminute, bis ein weiteres Tor bejubelt werden durfte - Edgar Herold verwandelte einen Freistoß sehenswert. Kurz vor dem Ende schnürten Dallhammer und Rauch noch jeweils einen Doppelpack - ihr Doppelschlag (82./85.) unterstrich den klaren Sieg des Favoriten.
Auch in Burgfarrnbach gab es einen Sieg für die favorisierten Gastgeber zu bejubeln. Mit einem hochverdienten 3:1-Sieg über den TSV 61 Zirndorf II gelang der TSV-Reserve die Revanche für die unglückliche Hinspielniederlage. Damit halten sie weiter Kontakt zum Spitzenduo Veitsbronn II und Johannis 83 II. Gleich zu Beginn übernahmen die Gastgeber das Kommando und Torjäger Tobias Werner traf bereits nach zehn Minuten zur Führung. In der Folgezeit sahen die Zuschauer eine äußerst einseitige Partie, doch die Burgfarrnbacher vergaben klarste Torchancen zum Teil kläglich. Dies sollte sich kurz vor der Pause rächen, als Klingls Sonntagsschuss aus 25 Metern den Gästen den schmeichelhaften Ausgleich bescherte.

Durchgesetzt: Burgfarrnbach II (in blau) bot gegen die Zirndorfer eine starke Leistung und gab den Bibertstädtern letztlich verdient mit 3:1 das Nachsehen.
Foto: fussballn.de
Nach einer kurzen Schockphase nutzten die Gastgeber die Halbzeitpause offenbar, um sich auf den zweiten Durchgang einzustimmen - insbesondere der nach dem Seitenwechsel überragende Maximilian Straßgürtel avancierte in Halbzeit zwei zum Matchwinner für seine Farben. Mit seinen zwei Toren in der 49. und 72. Minute bescherte er seinem Team einen hochverdienten Dreier. In der Schlussphase hätte der Sieg durchaus noch höher ausfallen können, denn gegen die entblößte Gäste-Abwehr boten sich weitere klare Chancen für die "Bären". Doch diese wurden durch nachlassende Konzentration teilweise kläglich vergeben und so blieb es bei diesem für die Gäste schmeichelhaften Ergebnis.
Vom Spitzentrio in den Tabellenkeller: wo die Fürther Turnerschaft für die Überraschung des Spieltags sorgte. Mit 4:1 schickte das Schlusslicht die Reserve des TSV Cadolzburg nach Hause und kann so die ersten Punkte der Saison verbuchen. Cadolzburg unterbot derweil die schwache Leistung der Vorwoche (2:4 gegen den Vorletzten Weinzierlein II) und zeigte bis auf Fleischmanns zwischenzeitliches 1:3 wenig Konstruktives, um die "Schießbude" der Liga (im Durchschnitt bekam die Turnerschaft pro Hinrundenspiel 8,6 Gegentreffer) in Gefahr zu bringen. Mit nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen (gegen Seukendorf, Ammerndorf II, Weinzierlein II und die Turnerschaft) taumelt Cadolzburg II der Winterpause entgegen und lässt für das letzte Spiel gegen Johannis 83 II wenig Gutes hoffen.

Das erste Erfolgserlebnis: In der Hinrunde verlor die Turnerschaft (hier in rot gegen Südwest II) noch jedes Spiel; in der Rückrunde haben die Fürther bislang "jedes" Spiel gewonnen.
Foto: fussballn.de
Neben der Turnerschaft probte auch Südwest II am Wochenende den Aufstand und kam zu einem deutlichen 4:0-Erfolg über Tuchenbach. Trainer Georgios Christodoulopoulos, der dieses Mal auf Seiten der Nürnberger selbst mitspielte, machte es zur Chefsache und brachte die Südwester in der 27. Minute mit einem äußerst sehenswerten Freistoß in Führung. In der Folge war das Spiel weiter offen, da beide Mannschaften ihre Torchancen leichtfertig vergaben. Erst eine Viertelstunde vor Schluss fand der Ball den Weg ins Tor - das 2:0 durch Andreas Gelmann in der 75. Minute bedeutete dann die Vorentscheidung. Eine direkt verwandelte Ecke durch Mo Mustafa und ein weiteres Tor von Gelmann sorgten für die endgültige Entscheidung und lassen Südwest II aus der Abstiegszone klettern. Mit nunmehr elf Punkten sind auch die zuletzt schwachen Seukendorfer (14 Punkte) und Cadolzburger (17) wieder in Reichweite - der Abstiegskampf verspricht im nächsten Frühjahr ebenfalls noch einmal Spannung.

Mit einem am Ende deutlichen 4:0-Sieg im Heimspiel gegen die SF Tuchenbach verschaffte sich der TSV Südwest II (in rot) ein wenig Luft zu den Abstiegsrängen.
Foto: fussballn.de
Bei den Siegen der Turnerschaft und Südwest II stand Weinzierlein II gegen die Ammerndorfer Reserve gehörig unter Zugzwang. Bis zur Halbzeit gelang es dem ASV dabei auch durchaus, das Spiel offen zu gestalten und seinerseits die eine oder andere Torgelegenheit zu erspielen. Nach dem Seitenwechsel zeigte Ammerndorf jedoch die besseren Nerven. Torjäger Kauntz brachte seine Farben vom Elfmeterpunkt in Front (50.), ein Doppelschlag von Sebastian Wesoly binnen der nächsten Viertelstunde brachte dann die endgütlige Entscheidung. Ammerndorf II setzt sich im Mittelfeld fest und wird mit viel Luft nach oben und unten überwintern, während Weinzierlein II am letzten Spieltag vor der Winterpause gegen Seukendorf noch einmal wichtige Punkte gegen die direkte Konkurrenz sammeln kann.




