Kein Happy End für die Kellerkinder
Geschrieben von: Christian Bauer / JPB / CM / DR Montag, den 31. Oktober 2011 um 17:15 Uhr
A-Klasse 9: präsentiert von der Sparkasse Fürth
Johannis II bleibt dran / Keine Sieger im Abstiegskampf
Veitsbronn II behauptet im Spitzenspiel die Tabellenführung - Johannis II hält weiter Schritt und schlägt Tuchenbach standesgemäß mit 2:0. Südwest II ärgert nach Johannis II derweil auch Obermichelbach und trotzt dem SCO einen Punkt ab. Die anderen Kellerteams Weinzierlein II (3:4 gegen Zirndorf II) und die Turnerschaft (2:4 gegen Reichelsdorf) unterliegen knapp, während sich Weiherhof und Seukendorf 3:3-Unentschieden trennen. Im Derby behält Ammerndorf II über die Cadolzburger Reserve mit 4:1 die Oberhand.
An der Spitze der A-Klasse 9 hält Johannis 83 II als einziges Team mit Spitzenreiter Veitsbronn II (2:1 gegen Verfolger Burgfarrnbach II, siehe Bericht) Schritt: Gegen die Sportfreunde Tuchenbach kam der Tabellenzweite zu einem souveränen 2:0-Sieg und scheint sein kurzes Zwischentief (bis zum letzten Spieltag nur zwei Punkte aus drei Spielen) überwunden zu haben. Schon in der ersten Hälfte hatten die Mannen von Frank Fechner das Heft über weite Strecken in der Hand, auch wenn es zur Pause noch 0:0 stehen sollte. Am ehesten schnupperte Andreas Rittler an einem Torerfolg, sein Fernschuss war der erste von drei Aluminium-Treffern der Nürnberger an diesem Nachmittag.

Mit Mann und Maus verteidigten die SF Tuchenbach ihr Tor gegen Johannis 83 II, in der zweiten Hälfte entschied der Favorit das Spiel aber für sich.
Foto: Schimmank
Tuchenbach hielt derweil durchaus mit und war latent gefährlich, ohne jedoch zu nennenswerten Torszenen zu kommen. Erst nach dem Seitenwechsel legten die 83er, wie schon des öfteren in dieser Saison, einen Zahn zu. Das erlösende 1:0 erzielte Marius Bauer mit einem platzierten Schuss ins linke Eck (53.). In der Folge kam es zu einer wahren Flut an hochwertigen Torchancen auf Seiten der Platzherren. Rittler und Fatih Yaman scheiterten am starken Blagojevic im Tuchenbacher Tor, Adam Roskoschek traf nach zwei Ecken beide Pfosten, aber nicht das Tor. So war es ein verwandelter Handelfmeter von Dino Music, der das 2:0 und damit die Entscheidung brachte (75.). Ein Aufbäumen der Gäste blieb aus, die Erfolgsserie Tuchenbachs fand damit am Zeisigweg ihr vorläufiges Ende.

Ordentlich Paroli bot Südwest II (in weiß) dem Tabellenvierten aus Obermichelbach und verdiente sich den Punkt redlich.
Foto: fussballn.de
So bleibt es vorerst beim Zweikampf an der Tabellenspitze. Der SC Obermichelbach, zuletzt durchaus noch in Schlagweite der Aufstiegsplätze, verliert weiter Boden und kommt bei Südwest II nicht über ein 3:3-Unentschieden hinaus. Kellerkind Südwest, das bereits Johannis II ein Unentschieden abtrotzte, avanciert damit zum Favoritenschreck in der A-Klasse – der nächste Gegner, Spitzenreiter Veitsbronn II, sollte gewarnt sein. Auf dem Südwest-Sportgelände entwickelte sich schnell eine ansehnliche Partie, bereits nach neun Minuten brachte Fabian Enders den SCO in Führung.

Enders (Nummer 21) brachte die Obermichelbacher in Führung - zum Sieg sollte es trotzdem nicht reichen.
Foto: fussballn.de
Geschockt zeigte sich der Drittletzte davon allerdings nicht – nur sechs Minuten später glich Daniel Morawietz aus, bis zur Pause standen dann vor allem die Torhüter im Mittelpunkt. Zunächst parierte der Obermichelbacher Keeper einen Handelfmeter von Schütt (31.), zehn Minuten später tat es ihm sein Gegenüber Antonio Ferraro gleich und blieb gegen Tully Sieger im Duell vom Punkt. Tore gab es erst nach dem Seitenwechsel wieder zu sehen: Thomas brachte die Hausherren nach einer guten Stunde in Führung, danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – nach 77 Minuten glich Tully aus, nur zwei Minuten später trug sich auch Sascha Morawietz in die Torschützenliste ein und brachte Südwest II wieder in Front. Abermals Tully sicherte Obermichelbach fünf Minuten vor Schluss aber zumindest das Unentschieden beim Abstiegskandidaten.
Ebenfalls 3:3 trennten sich zwei weitere Teams aus dem Tabellenkeller im direkten Aufeinandertreffen. Wie schon in den Vorwochen bleiben die Spiele des SV Weiherhof ein Erlebnis – mal mit glücklichem (4:2 gegen Südwest II), mal mit unglücklichem (4:5 gegen Cadolzburg II) Ausgang. Das 3:3 gegen Seukendorf ist für beide Seiten nicht Fisch, nicht Fleisch – die Chance auf Big Points gegen einen direkten Konkurrenten und damit den Sprung aus dem Tabellenkeller verpassten beide. Das Spiel machte in Weiherhof weitgehend der Gastgeber; dreimal gingen die Schwarz-Gelben auch in Führung, dreimal wussten die Seukendorfer auszugleichen.

Eng umkämpft war auch die Partie zwischen Weiherhof und Seukendorf - SVS-Stürmer Hüttinger bekommt das hier zu spüren.
Foto: fussballn.de
Auf Seiten des SVW wusste vor allem Lukas Cattus herauszustechen: Der 25-Jährige brachte seine Farben nach einer Viertelstunde per Abstauber in Führung, nachdem Feder einen Freistoß nicht festhalten konnte. Sein zweiter Treffer per Kopf brachte Weiherhof abermals in Front, nachdem zuvor Hüttinger nach einem langen Ball für die Seukendorfer ausgeglichen hatte. Noch vor der Pause wussten die tief stehenden Seukendorfer eine Antwort auf den neuerlichern Rückstand und gingen nach einem Fehler in der Weiherhofer Defensive mit 2:2 in die Kabinen. Auch die dritte Weiherhofer Führung an diesem Nachmittag leitete Cattus ein, sein Zwanzig-Meter-Schuss klatschte noch an die Latte, Haarländer war jedoch zur Stelle und erhöhte auf 3:2; abermals bewies Seukendorf jedoch Moral und kam zwanzig Minuten vor Schluss zum Ausgleich. In der Schlussphase wurde die Partie ruppiger – wenig verwunderlich, hätten doch beide Seiten den Grundstein für eine ruhige Winterpause legen können. Vor den Toren tat sich jedoch nicht mehr viel, bis Feder in der Schlussminute eine Doppelchance von Müller und Cattus vereitelte und seiner Mannschaft den Punktgewinn rettete.

Am Ende waren's nur noch neunzehn - die Partie zwischen der Turnerschaft und Reichelsdorf war die ruppigste des Spieltags.
Foto: fussballn.de
So bleibt beiden Seiten die Hoffnung auf Weihnachtsferien außerhalb der Abstiegszone – eine Aussicht, von der die Turnerschaft nur träumen darf. Im elften Spiel setzte es die elfte Niederlage für die Fürther: Mit 2:4 unterlag das Schlusslicht auch gegen Reichelsdorf – die bislang knappste Niederlage wirkt dabei nur auf den ersten Blick wie ein Anzeichen für den Aufwärtstrend, de facto war das Spiel nach einer guten halben Stunde bereits zugunsten des SVR entschieden: Goppert, Tekin und zweimal Urban hatten bis dahin eine 4:0-Führung für die Gäste herausgeschossen. In der zweiten Hälfte kam die Turnerschaft durch Sarikaya und Sarac zwar noch zu zwei Ehrentreffern, der fußballerische Aspekt stand da jedoch schon fast im Hintergrund: Drei Spieler verwies Schiedsrichter Ramian noch vor Abpfiff des Feldes; die Reichelsdorfer Demir und Bindner sowie Muhcioglu von der Turnerschaft erlebten den Schlusspfiff abseits des Feldes.
Zumindest auf den letzten Platz sollte der ASV Weinzierlein II damit nicht mehr zurückfallen – trotz einer unglücklichen Niederlage im Derby gegen Zirndorf II. Bis zum Schluss stand eine ansehnliche Partie auf des Messers Schneide; den besseren Start erwischte zunächst Abstiegskandidat Weinzierlein: Dominic Beck setzte sich auf der rechten Seite durch, seine Hereingabe verwandelte Felix Höhn nach nur drei gespielten Minuten. Die Gäste wussten jedoch zu antworten: Nach einer Viertelstunde nutzte Alexander Gottwald die Verwirrung in der ASV-Abwehr, umkurvte Keeper Christian Heißmann und schob den Ball zum Ausgleich ins Tor. In der Folge ging es zwischen den Strafräumen hin und her – und nach einer halben Stunde ging der ASV erneut in Führung. Frank Loidols weiten Ball erlief sich Dominic Beck, setzte sich im Strafraum durch und ließ Keeper Markus Ewert keine Chance.

Dominic Beck wusste den langen Pass hervorragend zu verwerten - er enteilte der Zirndorfer Abwehr und drosch den Ball zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung ins Netz.
Foto: Reiser
Dass die Defensive nicht unbedingt das Aushängeschild des ASV ist, zeigte sich kurz vor der Pause. Ausgerechnet Ex-ASV-Spieler Markus Lang nutzte den Fehler seiner alten Kollegen zum Ausgleich. Gleich nach dem Seitenwechsel führte ein weiter Ball in den ASV-Strafraum zur Gästeführung. Christian Heißmann konnte zunächst zwar noch parieren, doch den Nachschuss versenkte Alexander Gottwald im Gehäuse. Trotz des abermaligen Rückschlags steckte der ASV nicht auf. Nur wenig später flankte Frank Loidold vor das Zirndorfer Tor und Felix Höhn traf per Kopf fast von der Torlinie zum Ausgleich. Wieder nur drei Minuten später hatte Dominic Beck die große Gelegenheit zur Führung, wuchtete aber das sehenswerte Zuspiel von Peter Ertel über das Tor. Dann schwanden langsam die Kräfte und das Spiel wurde ruppiger. Leidtragender war der ASV, denn der eingewechselte Lars Hirschsteiner sah die Ampelkarte. Seiner Mannschaft hatte er damit einen Bärendienst erwiesen: Nur fünf Minuten nach dem Feldverweis fasste sich Georg Pritskas aus dreißig Metern ein Herz und erwischte ASV-Keeper Heißmann auf dem völlig falschen Fuß; er ließ die sichere Beute zum 4:3 ins Tor fallen. Die Schlussoffensive des dezimierten ASV war zu harmlos, um noch wenigstens einen Punkt zu retten.

Gegen Ende des Spiels wurde es ruppig im Derby zwischen Weinzierlein II und Zirndorf II.
Foto: Reiser
Während die erste Mannschaft des TSV Cadolzburg souverän durch die Kreisliga marschiert, bot die zweite Mannschaft der Sporcher bislang Licht und Schatten. Die fünfte Niederlage der Saison bei der Reserve des TSV Ammerndorf gehört sicherlich zu den schlechteren Darbietungen der Bonath-Elf, die bislang vom Kantersieg (5:1 gegen Reichelsdorf, 10:1 gegen Südwest II) bis zur deftigen Packung (2:6 gegen Burgfarrnbach II, 3:7 gegen Obermichelbach) so ziemlich alles bot. Beim geographischen wie tabellarischen Nachbarn gingen die Cadolzburger durch Fleischmann zwar schon nach einer Viertelstunde in Führung, überließen den Gastgebern danach aber weitgehend das Spiel. Keles drehte das Spiel mit einem Doppelpack noch vor der Pause, nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Ammerndorf als die bessere Mannschaft und setzte mit einem neuerlichen Doppelschlag zwanzig Minuten vor Schluss den Deckel auf die Partie.




