Viktoria hatte den Sieg vor Augen

SC Viktoria – TSV Südwest 2:2 (0:0)

Die ersten 45 Minuten des Topspiels der A-Klasse 6 können getrost als Abtasten beschrieben werden. Im zweiten Durchgang entwickelte sich dann eine intensive Begegnung mit jeder Menge Zündstoff. Viktoria ging in einer jederzeit spannenden Partie durch Tore von Francesco Restino und Sven Misof zweimal in Führung. Zwischenzeitlich glich für den Primus Jan Rupprecht souverän per diskutablen Strafstoß aus. Als er beim Stand von 1:2 für Viktoria erneut zum ominösen Punkt schritt, streikten dann jedoch die Nerven, SC-Keeper Michael Konrad parierte und hielt so scheinbar die drei Zähler fest. Mit der quasi letzten Aktion des Spiels traf dann jedoch Daniele Azzarelli im Nachsetzen und sorgte so für Jubel auf Südwester und Enttäuschung auf Viktoria-Seite.

Vor stattlicher Kulisse waren beide Mannschaften von Anfang an um Spielanteile bemüht. Es entstand eine intensive Partie mit vielen bissigen Zweikämpfen, die großen spielerischen Highlights blieben zunächst allerdings aus. Die erste knifflige Situation entstand dann nach gut elf Minuten, als Südwest-Ausnahmespieler Jan Rupprecht in den Strafraum eindrang und nach leichtem Kontakt spektakulär zu Boden ging. Trotz heftiger Proteste auf Gäste-Seite blieb die Pfeife des Unparteiischen Robert Lehner stumm – wohl eine richtige Entscheidung. Mitte der ersten Halbzeit übernahm der TSV dann zunehmend das Kommando und drückte Viktoria in die eigene Hälfte zurück. Der SCV stand defensiv jedoch gut geordnet und ließ keine nennenswerten Chancen zu.

Südwest machte DruckJan Rupprecht (am Ball) und sein TSV Südwest hatten Mitte der ersten Hälfte mehr Ballbesitz, allerdings konnte sich der Ligaprimus gegen gut geordnete Mannen des SC Viktoria nur selten durchsetzen.
Foto: fussballn.de

Im Gegenzug schalteten die Hausherren bei Balleroberung das eine oder andere Mal schnell um und trugen ihre Angriffe meist über Sven Misof und Sturmführer Francesco Restino vor. Jener Restino war es auch, der zweimal gefährlich von links in den Strafraum zog, jedoch den letzten Pass nicht anbringen konnte (24., 27.). Elf Zeigerumdrehungen vor der Pause brachte dann TSV-Mittelfeldmann Markus Gross eine Flanke aus dem rechten Halbfeld nach innen, wo Viktorias Abwehrmann Patrick Heger knapp vor seinem Gegenspieler an den Ball kam, bei seiner Rettungsaktion das eigene Tor allerdings nur knapp verfehlte. Die letzte Gelegenheit der ersten Hälfte hatten dann wieder die Gastgeber, als Misof einen Freistoß gefährlich von links nach innen brachte, jedoch Freund und Feind verpassten, so ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Den ersten Glanzpunkt des zweiten Durchgangs setzte 180 Sekunden nach Wiederanpfiff SCV-Mittelfeldmotor Markus Pavelic, der bei einem Solo über die linke Seite gleich mehrere Gegenspieler stehen ließ, anschließend nach innen zog und mit seinem strammen Abschluss TSV-Keeper Dominik Bär prüfte. Die Heimelf blieb am Drücker und belohnte sich nur wenig später durch Restino mit der Führung: Der pfeilschnelle Angreifer zeigte sich an der Strafraumgrenze durchsetzungsstark und schloss per Linksschuss aus der Drehung in die rechte Torecke ab. Die Freude auf Seiten der Gastgeber hatte aber nicht allzu lange Bestand. Nur 120 Sekunden später kam Denis Wander im Duell mit Patrick Heger zu Fall, diesmal entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß – eine zumindest diskutable Entscheidung. Torjäger Jan Rupprecht ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte cool in die rechte untere Ecke. Viktoria zeigte sich von diesem Nackenschlag kaum geschockt, hatte aber bei Misofs Tor zur erneuten Führung auch reichlich Unterstützung der Gäste: Zunächst konnte der Offensivmann ungestört durch das Mittelfeld marschieren, ehe er sich aus gut 25 Metern ein Herz fasste. Anschließend zeigte sich TSV-Keeper Bär nicht auf der Höhe, als er den eigentlich harmlosen Schuss durchrutschen ließ (55.).

Viktoria am Ball

Sven Misof (Mitte, in grau) brachte seinen SC Viktoria mit einem Distanzschuss erneut in Front. Am Ende musste sich die Heimelf durch den späten Gegentreffer des TSV Südwest mit einem Zähler begnügen, die Partie endete 2:2-Unentschieden.
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Südwest versuchte zu reagieren, erhöhte das Tempo, blieb in seinen Aktionen allerdings oftmals zu unklar, sodass große Chancen zunächst ausblieben. Die Distanzschüsse der eingewechselten Vadim Magarjan und Sascha Morawietz verfehlten ihr Ziel deutlich. In der 69. Minute sollte es dann erneut turbulent werden. Morawietz brachte den Ball vom linken Flügel in den Strafraum, wo Rupprecht zu Fall kam, was erneut einen Elfmeterpfiff zur Folge hatte. Der Gefoulte trat selbst an und wählte, wie beim ersten Mal, die rechte Torecke. Diesmal hatte allerdings Viktorias Torhüter Michael Konrad das bessere Ende für sich und parierte den keinesfalls schlecht, jedoch halb hoch geschossenen Strafstoß des TSV-Angreifers. Südwest drückte weiter auf den Ausgleich, die besseren Gelegenheiten boten sich aber den konternden Hausherren, so scheiterten Stefan Kral, dessen Schlenzer von Bär über die Latte gelenkt wurde (73.), sowie der eingewechselte Goran Malusic per Kopf aus aussichtsreicher Position (85.).

KulisseDie vielen Zuschauer beim Topspiel kamen gerade im zweiten Durchgang voll auf ihre Kosten. Beide Mannschaften warfen alles in die Waagschale und wurden ihrem Ruf als Spitzenteams vollauf gerecht. Am Ende stand ein letztlich leistungsgerechtes 2:2-Remis.
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Auf der anderen Seite vergab zunächst Alexander Heller die beste Chance zum Ausgleich. Nach einem langgezogenen Eckball legte TSV-Antreiber Ingo Kolleth per Kopf quer auf Heller, der aus kürzester Distanz knapp am Viktoria-Gehäuse vorbei köpfte. Als alle schon mit dem Schlusspfiff rechneten, fasste sich Antonio Valotta noch einmal ein Herz und schloss von der Strafraumgrenze ab. Diesen Schuss konnte der bis dato so souveräne Konrad nur nach vorne abklatschen, wo Daniele Azzarelli nachsetzte und zum Last-Minute-Ausgleich einschoss (93.). Kurz drauf sorgte dann der Abpfiff für riesigen Jubel im Südwest-Lager, wohingegen bei den Hausherren die Köpfe sanken. Dennoch gibt es für Viktoria letztlich keinen Grund für Trübsal, zeigte die Gugel-Elf klar, ein ernsthafter Konkurrent für den TSV Südwest zu sein.

Viktoria: Konrad, Heger, Kral, Dittrich, Bunduc, Schreiber, Aysin, Pavelic, Restino, Misof, D. Fleischmann / Malusic, C. Fleischmann

Südwest: Bär, C. Gross, Wander, Göres, Heller, Novotny, M. Gross, Kolleth, Azzarelli, Velotta, Rupprecht / S. Morawietz, Celik, Magarjan

Tore: 1:0 Restino (51.), 1:1 Rupprecht (53., Foulelfmeter), 2:1 Misof (55.), 2:2 Azzarelli (90.)

SR: Lehner (1. FC Nürnberg) / Zuschauer: 160

Besonderes Vorkommnis: Konrad (Viktoria) hielt Foulelfmeter von Rupprecht (69.).